Herzlich willkommen beim Kulturkreis Rohrdorf

Sonntag, 16. August 2026, 17.00 Uhr

DUO LUNA-TIC

HELDINNEN! - Olli & Claire spielen Antigone. Fast.

Aula Hüslerberg, Niederrohrdorf

Ein fulminantes Klavier-Akrobatik-Lieder-Kabarett von und mit Stéfanie Lang und Judith Bach. Die beiden Powerfrauen sind ausgezeichnete Sängerinnen, Pianistinnen und überzeugende Schauspielerinnen mit ausdrucksstarker Bühnenpräsenz und einem sehr feinen Sinn für Humor.

Die Wege von Stéfanie Lang aus Genf und Judith Bach aus Berlin kreuzen sich erstmals während der gemeinsamen Ausbildung in der Scuola Teatro Dimitri im kleinen Dorf Verscio im Tessin. Dort gibt es im Theaterkeller nur ein einziges Klavier, an dem die überaus feurigen Proben für das allererste Konzert in der Dorfpizzeria beginnen. Nachdem sie das Diplom für Bewegungsschauspiel im Sommer 2006 erhalten haben, gründen Stéfanie und Judith das Duo Luna-Tic und touren seither als "Claire und Olli" durch die Welt der grossen Kleinkunstszene. Beide sind auch bekannt von ihren Fernsehauftritten.

Stéfanie Lang ist 1978 in Genf geboren. Am Konservatorium Genf nimmt sie Unterricht in Klavier und lyrischem Gesang, an der Universität absolviert sie das Grundschulpädagogikstudium und anschliessend ein Schauspielstudium in der Scuola Dimitri.

Judith Bach ist 1983 in Berlin geboren. 1996 zieht sie mit ihrer Familie nach Südafrika, wo sie in Kapstadt ihr Abitur macht. 2006 erhält sie ihr Schauspieldiplom der Scuola Dimitri.

Unsere letzten Veranstaltungen

Daniel Voll, Tunesiens erschöpfte Revolution, vom 8. Mai 2026

Tunesien, lange Zeit ein Hoffnungsträger des "Arabischen Frühlings"

Auslöser der tunesischen Revolution und damit des arabischen Frühlings war die Selbstverbrennung des Gemüsehändlers Mohammed Bouazizi Ende 2010 in der Stadt Sidi Bouzid. Seine Verzweiflungstat war Ausdruck von Perspektivlosigkeit, Korruption und staatlicher Willkür. In der Folge breiteten sich die Proteste auch auf die anderen arabischen Länder rasch aus und führten Anfang 2011 zur Flucht des langjährigen Diktators Zine el-Abidine Ben Ali.

Warum Tunesien zunächst erfolgreich war

Während viele Länder wie Syrien oder Libyen in Chaos oder Bürgerkrieg versanken, schien Tunesien zunächst einen erfolgreichen demokratischen Weg einzuschlagen. Im Gegensatz zu anderen arabischen Staaten griff die tunesische Armee nicht gegen Demonstranten ein. Die staatliche Verwaltung funktionierte weiter.

Der Staatsgründer Habib Bourguiba hatte während seiner Amtszeit zwischen 1957 und 1987 Grundlagen geschaffen, die in der tunesischen Bevölkerung tief verwurzelt sind. Er war ein zentraler Wegbereiter der Unabhängigkeit von Frankreich (1956) und führte eine Trennung zwischen Staat und Religion ein.

Er stärkte die Frauenrechte, verbot Polygamie und untersagte Zwangsheiraten. Frauen und Männer erhielten gleiche Rechte bei der Scheidung, die nur noch per Gerichtsbeschluss erfolgen konnte. Förderung des Zugangs zu Bildung, von Arbeitsplätzen für Frauen, Wahlrecht, straffreie Abtreibung gehen auf seine Entscheidungen zurück. Einzig das Erbrecht blieb auf Bais des Korans.

Nach der Revolution wurde eine neue demokratische Verfassung ausgearbeitet. Besonders wichtig war dabei die Vermittlung zwischen Islamisten und säkularen Kräften durch das sogenannte „Quartett“ aus Gewerkschaften, Unternehmerverband, Menschenrechtsliga und Anwaltsverband. Dafür erhielt das Quartett 2015 den Friedensnobelpreis.

Die Verfassung von 2014 galt als historischer Fortschritt in der arabischen Welt:
Gleichberechtigung von Frauen und Männern , Glaubens- und Gewissensfreiheit, Stärkung der Justiz, Begrenzung der Macht des Präsidenten.

Politische Spannungen und wirtschaftliche Krise

Die ersten freien Wahlen gewann die islamistische Partei Ennahdha unter Rachid Ghannouchi. Zwar präsentierte sie sich moderat, doch viele säkulare Kräfte fürchteten eine Islamisierung des Landes. Die politische Landschaft blieb stark polarisiert.

Gleichzeitig verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage: Hohe Arbeitslosigkeit, Einbruch des Tourismus verursacht durch Terroranschläge 2015, soziale Ungleichheit zwischen Küstenregionen und dem armen Landesinneren, Korruption und fehlende Perspektiven.

Viele Menschen spürten trotz politischer Freiheit keine Verbesserung ihres Alltags. Die Revolution brachte Meinungsfreiheit, aber kaum wirtschaftlichen Fortschritt. 2019 wurde Kaïs Saïed zum Präsidenten gewählt. Er präsentierte sich als unabhängiger Anti-Politiker und Gegner der korrupten Elite. Vor allem junge Menschen setzten Hoffnungen in ihn.

2021 nutzte Saïed die politische Blockade zwischen Präsident und Parlament, um die Regierung zu entlassen und das Parlament zu suspendieren. Mit einer neuen Verfassung von 2022 konzentrierte er die Macht wieder stark beim Präsidenten:
Schwächung des Parlaments, Kontrolle über Regierung und Justiz, Einschränkung politischer Parteien, Verhaftung von Oppositionellen, darunter Ghannouchi, Einschränkung der Pressefreiheit. Auch Daniel Voll wurde nach einem Interview auf die Polizei geführt. Damit entwickelte sich Tunesien erneut in Richtung autoritäres Regime.

Fazit

Der Vortrag zeigte, wie die anfängliche Hoffnung des Arabischen Frühlings in Tunesien allmählich in Enttäuschung umschlug. Zwar entstand nach 2011 kurzzeitig die demokratischste Ordnung der arabischen Welt. Vor allem wirtschaftliche Probleme, politische Polarisierung und das Misstrauen gegenüber Parteien führten schliesslich zur Rückkehr autoritärer Herrschaft.

Trotzdem endet Daniel Voll nicht völlig pessimistisch: Projekte wie „Tunisia88“, die jungen Menschen kreative Freiräume bieten, zeigen, dass bei vielen Jugendlichen weiterhin Hoffnung und der Wunsch nach Freiheit bestehen.

Nach dem Vortrag waren viele noch in Gesprächen miteinander vertieft. Anwesende Tunesierinnen äusserten noch ihre Meinung, warum die Initiative der Schweiz zur Verbesserung der Berufsausbildung in Tunesien nicht wirklich genutzt werde.

Die Schweiz stellt pro Jahr ein Kontingent von 150 Arbeitsplätzen für junge Berufsleute zur Verfügung, die nach ihrer Ausbildung in Tunesien hier in der Schweiz eine befristete Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung von 18 Monaten erhalten, um ihre praktischen Kenntnisse und Fähigkeiten zu erweitern. Zurück in Tunesien sollte dies zu einer Verbesserung der Berufstätigkeit und der praktischen Berufsbildung beitragen.

Dieses Kontingent wird nicht ausgeschöpft. In der Regel wird es von 20-40 jungen Berufsleuten genutzt. Die jungen Frauen aus Tunesien meinten dazu, dass viele, junge Leute einfach nur noch wegwollen. Wenn junge Berufsleute wieder zurückkämen, würden sie von dieser Mehrheit schlicht nicht verstanden.

Klarinettenchor Wettingen vom 8. März 2026

Jubiläumskonzert des Wettinger Klarinettenchors

Am 8. März durfte der Kulturkreis Rohrdorf den Wettinger Klarinettenchor unter der Leitung von Roland Käppeli mit einem grossartigen Konzert präsentieren. Trotz herrlichem Frühlingswetter durfte das Kulturkreisteam eine riesige Gästeschar willkommen heissen, die die Aula bis auf wenige Plätze füllten.

Marco Galli vom Klarinettenchor führte humorvoll durch das abwechslungsreiche Programm. Seine Klarinette betitelte er scherzhaft als Schwarzwurzel und gab dazu einen liebevollen Pflegebeschrieb. Seine Informationen zu den Stücken verstärkten das Hörverständnis und die Wahrnehmung des grossen Klangfarbenreichtums dieser Instrumentengattung.

Gleich mit dem ersten Stück "A Picture Book Without a Picture" von Masanori Taruya wurde das Klangspektrum des Orchesters aufgezeigt. Eine weitere Vertiefung folgte mit "Notturno variabile" von Oliver Waespi, heute einer der erfolgreichsten Schweizer Komponisten. Mit "Monastery Pictures" von Mario Bürki, eine Beschreibung von vier Stimmungen rund um das Kloster Wettingen, wurden die Zuhörer auf einen Spaziergang durchs Kloster von einst und heute mitgenommen. Die "Suite im Schweizer Stil" von Istvàn Hajdu hat die Herzen der Zuhörer tief berührt mit dem dritten Satz, Variationen über "Ds Vreneli ab em Guggisberg". Der Witz und Schalk im vierten Satz "Gugger Schottisch" hat wohl manchem Zuhörer ein verschmitztes Lachen ins Gesicht gezaubert. Mit dem letzten Programmstück "Clownery for Clarinets" war die Vorstellung eines Clowns mit seinen vielen Stimmungen für alle greifbar nahe.

Das Publikum bedankte sich mit riesigem, anhaltenden Applaus und wurde mit einer Zugabe "Wochenende auf der Herrengasse" von Béla Kovács belohnt. Der Klarinettenchor Wettingen hat sich mit diesem Konzert neue Fans erspielt. Für alle Interessierten sei hier erwähnt, dass jeweils im Januar drei Konzerte in Wettingen und Zürich stattfinden.

 

Wynavalley Oldtime Jazzband vom 16. Januar 2026

Ein gelungener Auftakt ins Jahresprogramm 2026

Am 16. Januar 2026 eröffnete der Kulturkreis sein Jahresprogramm mit einem Jazzabend mit der Wynavalley Oldtime Jazzband in der Aula Hüslerberg. Mit packender Spielfreude und einem abwechslungsreichen Programm, lustvoll vorgetragen, zog die Band das unerwartet zahlreich erschienene Publikum gleich zu Beginn des Konzertes in ihren Bann und schaffte damit eine starke Verbindung zur Gästeschar.

Jeder Solopart fügte sich organisch in das Gesamtbild ein und bot gleichzeitig Raum für individuelle Virtuosität. Den ausdrucksstarken Melodien war ein kraftvoller Groove zugrunde gelegt. Zwischen den Stücken gab Peter Beyeler mit seiner witzigen Moderation interessante Informationen zu den Stücken und sorgte damit für eine persönliche Note.

Lustig und scherzhaft animierte er das Publikum. Mitgerissen vom swingenden Rhythmus, bewegten sich viele auf ihren Stühlen, andere liessen sich hinreissen zu Schreien und Pfiffen. Es war ein Ohrenschmaus voller Emotionen und eine grossartige-Stimmung im Saal. Das Publikum bedankte sich mit herzhaftem und begeistertem Applaus.

Peter Beyeler präsentierte uns den grossartigen, berührenden Farbenreichtum der Klarinette. Am 8. März haben Sie Gelegenheit mit dem Wettinger Klarinettenchor, die enorme Vielfalt dieses Instrumentes mit seinen warmen Tonfarben in allen Registern zu hören. Reservieren Sie sich den 8. März, unsere nächste Veranstaltung, für einen weiteren Ohrenschmaus.

 

Flamenco Tanzshow vom 21. November 2025

Mit sehr feingliedrigen, grazilen Bewegungen begann der erste Tanz, abgestimmt mit entsprechender Beleuchtung und Farbtupfern durch die Accessoires entwickelte sich das Ganze zu einem expressiven Tanz. Rund 120 Gäste wurden auf magische Weise aus dem kalten Novembergrau ins warme, milde Spanien versetzt. Fast fühlte man sich inmitten einer mediterranen, lebensfrohen Fiesta mit ausgelassenen, fröhlich feiernden Menschen.

Mit selten gehörter Feinheit in der musikalischen Sprache des Flamenco begleiteten die beiden Gitarristen in virtuoser Innigkeit. Margret Spaar verstand es, sich mit ihrem berührenden Vibrato in die Herzen der Zuhörer zu singen. Ein gekonnter Einsatz des Cajón einerseits als Unterstützung der tänzerischen Expressivität, aber auch als Soloeinlage in überzeugender Virtuosität entlockte dem Publikum Applauseinlagen.

Es war eine Flamenco Show der Extraklasse. Diego Gónzalez López verstand es als Choreograph eine vielschichtige, abwechslungsreiche Show zu gestalten mit grosser Liebe zum Detail. Die perfekten Lichteinstellungen von Megatron rundeten das ganze ab. Gónzalez López ist Leiter von Vientos del Sur - Südwind, er agierte auch als grossartiger Solotänzer und führte zwischen den Stücken mit Texten von Garcia Lorca und kurzen, informativen Erzählungen zu den verschiedenen Stilen des Flamenco durch das Programm. Christina Spaar ebenfalls als Solotänzerin rundete das Ganze mit ihrer grazilen Leichtigkeit perfekt ab.

Es war ein grossartiges tänzerisches Highlight und eine Augenweide dazu. Tänzer und Tänzerinnen, die in ihrer tänzerischen Lebensfreude förmlich explodierten. Und dies alles in einer farbenfrohen, tänzerisch rhythmischen Perfektion. Mit Standing Ovation überzeugte das Publikum die Tanztruppe für Zugaben, die nichts unerfüllt liessen.

Für die Besucher wie für das Leitungsteam des Kulturkreises war es ein fulminanter, gelungener Abschluss des Jahresprogramms 2025.

Wer sind wir

Der traditionsreiche Kulturkreis Rohrdorf – 1958 gegründet – ist eine freie, ehrenamtlich geführte Institution mit dem Zweck, das kulturelle Leben in der Region Rohrdorferberg zu bereichern. Der Kulturkreis gestaltete alljährlich ein abwechslungsreiches Programm, zusammengestellt aus den Bereichen Kleinkunst, Comedy und Kabarett, Theater, Musik, Literatur u.a.m. sowie geführte Exkursionen zu Kulturgütern aller Art. Mehr zur nunmehr 67jährigen Geschichte des Kulturkreis Rohrdorf finden Sie hier.

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